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Pastoralvereinbarung

Am 12.11.2017 wurde beim „Tag des Pastoralen Raumes“ in St. Hedwig stellvertretend von den Vertretern der Kirchenvorstände, der Pfarrgemeinderäte und des Pastoralteams die Pastoralvereinbarung unterzeichnet.

Da der Erzbischof sie noch genehmigen muss, ist sie bisher nicht in Kraft gesetzt. Geplant ist dies für Anfang Februar 2018.

Außerdem finden Sie hier „Häufig gestellte Fragen rund um die Pastoralvereinbarung“. Und Antworten darauf.

 Pastoralvereinbarung

 hier die Pastoralvereinbarung als PDF.

 

FAQ´s:

Wer hat sich die Pastoralvereinbarung ausgedacht?
Die PVB ist weder von Einzelnen noch von einer ausgewählten Gruppe ausgedacht worden, sondern ist das Ergebnis und die Frucht des 3-jährigen Prozesses in unserem Pastoralverbund Bi-Ost, in dem zahlreiche Beteiligte aus unseren 6 Pfarreien erarbeitet haben, was für unsere Pastoral in Zukunft gelten soll.

Wozu brauchen wir überhaupt eine Pastoralvereinbarung? Bisher ging es doch auch so.
Die schriftlich formulierte Pastoralvereinbarung ist Ausdruck der Ernsthaftigkeit, mit der wir uns im Bielefelder Osten der Herausforderung des „Hier“ und „Jetzt“ stellen wollen und müssen, die Pastoral neu auszurichten – mit der Frage „Wozu bist du da, Kirche?“
Dies ist uns hier im Bielefelder Osten als Auftrag aufgegeben – im Kontext der Kirche des Erzbistums Paderborn und auch der Weltkirche.
   
Was heißt das denn jetzt? Haben wir also früher alles falsch gemacht, wenn jetzt Anderes und Neues gilt?
Gewiss nicht! Es würde ja auch niemand behaupten, dass es damals falsch war, Nachrichten mit der Postkutsche zu übermitteln – nur, weil wir das heute per Fax, E-Mail und Whats-App tun können.
Jede Zeit erfordert von neuem die Überprüfung des bisher Gültigen. Das Kapitel „Grundlagen der zukünftigen Pastoral im Bielefelder Osten“ beschreibt die gemeinsam erarbeiteten Haltungen, Inhalte und auch erste Maßnahmen für eine zukunftsfähige Pastoral. Die Haltung der Wertschätzung und Offenheit für Menschen aller Couleur spielt dabei eine große Rolle.

Müssen wir als Katholiken nicht mehr Profil zeigen und erkennbar sein, anstatt uns mit den
anderen zu vermischen?
Erkennbar schon – aber nicht abgrenzend. Als Christen erkennbar sind wir ja, wenn wir im Licht des Evangeliums leben – mit einer Haltung der Wertschätzung, Nächstenliebe, Weite.

Sollen jetzt die Ehrenamtlichen das machen, was die Priester und Gemeindereferenten nicht mehr schaffen?
So könnte man meinen, wenn man von einer Art Versorgungskirche durch die „Profis“ ausgeht. Doch jeder und jede Getaufte ist – im Sinne der Taufberufung - gesandt, die Frohe Botschaft in die Welt zu tragen und seine Charismen einzusetzen.

Was ist nun wichtiger und wozu ist Kirche eher da: Um Gottesdienste und Sakramente zu feiern oder um auf die Leute außerhalb zuzugehen?
Beides ist wichtig: einerseits die „Sammlung“ im Hinhören auf das Wort Gottes, das persönliche und gemeinsame Beten und das Feiern von Gottesdienst und gleichermaßen auch die „Sendung“ hinaus zu den Menschen - den Armen, den Suchenden. Beides ergänzt sich, beides gehört unbedingt dazu: Sammlung und Sendung.  

 
Was genau wird denn jetzt vereinbart?
Auf dem Hintergrund der „Grundlagen“ gelten dann diese 10 Punkte als Vereinbarung:

1.    Bei unseren Zusammenkünften ist das Wort Gottes erkennbar in unserer Mitte.

2.    Wir fragen bei allem, was wir tun, wem und wozu es dienen kann.

3.    Gute neue Ansätze, bereits gelungene Aktivitäten bauen wir aus und vertiefen wir. 

4.    Wir wägen ab, was vorrangig ist und wofür wir uns besonders einsetzen (können).

5.    Wir achten darauf, dass in unserer Pastoral alle vier im Zukunftsbild genannten Handlungsfelder berücksichtigt werden.

6.    Wenn wir neue Einsichten gewinnen, richten wir unser Handeln danach aus.     

7.    Wir bauen die Wege der gegenseitigen Information und Kommunikation weiter aus.

8.    Wir erinnern uns gegenseitig an das, was wir erkannt und uns vorgenommen haben.

9.    In unseren Gremien und Gruppen reflektieren wir regelmäßig, ob wir noch auf dem Weg des Vereinbarten sind.

10.    Wir kommen mindestens einmal jährlich zu einem Pastoraltag im Bielefelder Osten zusammen, an dem wir gemeinsam unseren Glauben feiern.  

Sie wurden am 12.11.2017 von den Vertretern der Kirchenvorstände, Pfarrgemeinderäte und vom Pastoralteam unterschrieben. Auch der Erzbischof unterzeichnet diese Vereinbarung.

Ist es nicht fast unmöglich, das alles einzuhalten?
Diese Punkte sollen jetzt tatsächlich gelten und mit Ernsthaftigkeit umgesetzt werden. Wenn das zunächst noch nicht in jeder Hinsicht klappt, soll zumindest eine immer größere Annäherung geschehen.

Wer garantiert, dass die Pastoralvereinbarung umgesetzt wird?
Wie in der Vereinbarung festgehalten, sollen sich die Gruppen und Gremien gegenseitig erinnern und regelmäßig vergewissern, ob sie noch auf dem richtigen Weg sind. Die Pfarrgemeinderäte und auch der Pastoralverbundsrat tragen Sorge dafür. Konkrete Maßnahmen der Überprüfung sind darüber hinaus noch zu erarbeiten. 

Guckt euch doch mal die Realität mit den begrenzten Möglichkeiten an. Was soll denn da in Zukunft noch gehen – und wie?
Genau das haben wir getan. Wenn man die Realität, die Situation in den einzelnen Gemeinden und ihren Stadtteilen anschaut, entdeckt man, was jeweils charakteristisch ist – mit allen Begrenzungen, aber auch mit allen Möglichkeiten. Wenn wir genau da ansetzen, können wir noch viel mehr bewirken, denn „Wirklichkeit ist das, was wirkt“. 

Es ist ziemlich frustrierend, wenn man sieht, wie so vieles in den Gemeinden abstirbt. Ist die Pastoralvereinbarung eine Art Anleitung, wie wir wieder mehr Leute gewinnen können?
Nein, keine Anleitung. Das wäre ja schön, wenn es die geben könnte. Aber sie nennt kleine, fast unscheinbare Beispiele, wie Menschen „ernst machen“ mit ihrem Glauben und sie zeigt erste Aufbrüche und Initiativen der Öffnung, der Neuausrichtung, der gelebten Nächstenliebe. Diese Beispiele sollen dazu ermutigen, exemplarisch zu handeln und Ungewohntes zu wagen.

Warum sind in der Pastoralvereinbarung nicht alle Gruppen und Aktiven vertreten?
Alle, die aktiv am Prozess teilgenommen haben, sind ja vertreten, haben dazu beigetragen, dass diese Pastoralvereinbarung, insbesondere der Teil „Grundlagen“, entstanden ist. Es geht aber nicht um „Vertretung“ im Sinne von „Darstellung“, sondern vielmehr um eine aktive „Beteiligung“ – und der sind – auch in Zukunft – keine Grenzen gesetzt.
Die hier gesammelten Beiträge sind Originaltöne verschiedener Gremien, Einrichtungen, Verbände und Gruppen, die sich nach dem Pastoraltag am 12.02.2017 auf dem Hintergrund der dort gewichteten Haltungen, Themen, Inhalte und Maßnahmen aus ihrer Perspektive geäußert haben.